Donnerstag, 8. Dezember 2016

Rauschgoldengel und Zwetschgenmännle

Guten Morgen liebe "Bärbel-Blog-Leserinnen" heute öffnet sich schon das 8.Türchen unseres Adventskalenders und ich freue mich hier heute schreiben zu dürfen. Wie schön, dass Ihr mit dabei seid, denn ohne Leserinnen würde das Bloggen ja gar keinen Spaß machen! Ich plaudere heute ein bisschen, damit Ihr Zeit und Ruhe habt die schönen bereits vorgestellten DIY`s zu basteln.  Ich bin die Kerstin von den Bienenelfen und erzähle Euch die Geschichte des goldenen Himmelsboten.


Kennt Ihr den Nürnberger Rauschgoldengel ? Traditionell hat er keine Arme. Arm dran ist er deswegen nicht, der  Rauschgoldengel. Er glänzt und glitzert mit seinen Flügeln und seinem Krönchen aus Goldfolie, was das Zeug hält. Außerdem ist er das Symbol schlechthin für den Christkindlesmarkt in Nürnberg und in allen Größen an den Christbaumschmuck-Buden zu finden.


Der größte seiner Gattung begrüßt die Gäste am Südende des Marktes über der Straße. Die Geschichte des Rauschgoldengels, oder besser, seine Legende, ist rührselig.


Ein Nürnberger Puppenmacher soll ihm seine Gestalt gegeben haben: Sein Töchterchen lag zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges todkrank zu Bett und hatte Fieberträume, und da will der besorgte Vater Flügelschlagen gehört haben.  Der Nürnberger Handwerker kam über den Tod seiner Tochter nicht hinweg. Eines Nachts erschien sie ihm, schön wie ein Engel und in einem goldenen Kleid im Traum. Um diese Erinnerung festzuhalten, schuf er eine goldene Puppe aus Metall, den ersten Rauschgoldengel.


Für einen echten Traditionalisten gehört der berühmte Nürnberger Rauschgoldengel natürlich nicht in den Krug mit den Tannenzweigen, sondern an die Spitze des Weihnachtsbaums.

Übersetzung: Hast Du einen Zwetschgenmann im Haus, geht Dir Dein Geld und das Glück nicht aus!

Ein anderer Geselle ist verhutzelt aber freundlich; das Nürnberger Zwetschgenmännle. Irgendwie muss man sie einfach sympathisch finden, diese hutzeligen Figuren, die in Handarbeit aus getrockneten Früchten gebastelt werden. 


Aus Feigen ist ihr Körper, eine Walnuss dient als Kopf, ihre Arme und Beine bestehen aus an Drähten aufgereihten Pflaumen – in Süddeutschland auch Zwetschgen genannt. 


Aus Stofffetzen schneidert man den Männlein und Weiblein Gewänder, die an die Tracht der Bauern im Nürnberger Umland erinnern. Aber auch als Schornsteinfeger oder Braut und Bräutigam treten sie auf. Zum ersten Mal erwähnt wurden Nürnberger Zwetschgenleute zu Beginn des 19. Jahrhunderts von einem Geistlichen. 

 
Er wollte mit den verschrumpelten Gesellen offenbar Mitbürger auf die Schippe nehmen. Der Ursprung der drolligen Gestalten, der länger zurückliegt, ist allerdings unklar und stellt Brauchtumsforscher vor ein Rätsel. 


Auch wenn ich leider nun schon lange nicht mehr in Nürnberg wohne, aber natürlich immer mal wieder auf Besuch dort bin, so hole ich doch jedes Jahr meinen Rauschgoldengel und mein Zwetschgenmännle hervor. Ohne sie würde mir etwas fehlen. Es ist einfach schön solche Traditionen fortzuführen. Habt Ihr auch welche ?


Herzliche Bärbelgrüße
Eure Kerstin
♥♥♥

Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Kerstin,
    ach, jetzt hast du alte Kindheitserinnerungen bei mir hervorgekramt :) So ein Zwetschgenmännchen stand in meiner Kindheit auch immer bei uns rum. Ich hatte es schon ganz vergessen. Schon witzig aus was man alles basteln kann :)
    Die Geschichte vom Rauschgoldengel kannte ich so auch noch nicht.
    Dir noch einen schönen Tag und ganz liebe Grüße,
    Trixi

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Kerstin,
    danke für diese wunderschönen Geschichte!
    Hab einen wundervollen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  3. Sooo...angekommen ;-) Also die Geschichte kannte ich noch nicht, aber den Engel kenne ich, so wie auch die Zwetschgenmännle. Da hatten wir als ich Kind war auch zwei Stück. Immer noch wieder eine schöne Erinnerung und auch Idee mal nachzubasteln^^

    Wünsche dir einen zauberhaften Tag und sende herzliche Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja liebe Nova, so geht es mir auch mit den Kindheitserinnerungen..♥

      Löschen
  4. Einen schönen guten Morgen liebe Kerstin,
    eine wirklich tolle Geschichte;)Ich liebe solches Geschichte, klasse gemacht:)
    Die Geschichte vom Rauschgoldengel kannte ich auch nicht sehr interessant.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag
    Ganz liebe Grüße
    Karina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, liebe Karina, solche Geschichten liebe ich auch♥

      Löschen
  5. Liebe Kerstin,

    vielen Dank für deinen interessanten Post.

    Alles Liebe
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Elisabeth für Deinen Kommentar, darüber freue ich mich immer.

      Löschen
  6. Interessante Dinge die ich da lese. Lg aus Wien

    AntwortenLöschen
  7. einen Rauschgoldengel habe ich auch..
    der ist jetzt schon etliche Jahre alt.. aber er hat Arme
    in denen er je ine kleine Kerze hält

    Zwetschenmännchen sind lustig..
    vielleicht hat sie ja ein Vater oder eine Mutter für ihre Kinder gefertigt
    damit das Dörrobst nicht so "trocken" daher kam..
    es gab ja Nüsse und Obst an Weihnachten unter dem Baum
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Rosi,

      ich glaube auch dass diese Männchen für die Kinder gedacht waren. Lieben Dank für Deinen Kommentar.

      Löschen
  8. Meine liebe Kerstin,

    ein herrlicher Post. Ich liebe Traditionen und ich bin ebenfalls sehr Heimatverbunden.
    Und ganz nebenbei liebe ich euren frrrränkischen Dialekt, aber das weißt du ja.
    Die Geschichte des Rauschgoldengels ist ja ganz schön traurig... aber trotzdem schön
    nun erinnert man sich an die schöne Puppenmachertochter bis in alle Ewigkeit!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Doreen, danke für Deine lieben Zeilen.

      Löschen
  9. Liebe Kerstin,
    wieder was dazu gelernt. Wissen in so liebevoller Form vermittelt zu bekommen, ist sehr angenehm und man vergisst es nicht so schnell. Bei uns gibt es traditionelle Dinge, wie den Nußknacker, den Schwippbogen und die Pyramide, die fast in keiner Weihnachtsdeko hier in Thüringen fehlt.
    Sei fest gedrückt und lieb gegrüßt!
    Grit

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja liebe Grit, die traditionellen Dinge die aus Eurer Heimat kommen sind ja auch so wunderschön.

      Löschen
  10. Liebe Kerstin,
    so eine schöne Geschichte. Obwohl wir über 100 Kilometer von Nürnberg weg wohnen, fahren wir fast jedes Jahr auf den Nürnberger Christkindlmarkt. Meine Mama war erst letzte Woche in einer Lebkuchenfabrikvin Nürnberg und hat kräftig eingekauft. Dein Post ist richtig schön und ich hab viel neues erfahren.
    LG Christiane-Bärbel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Christiane, das freut mich, dass Du bald auch feine Nürnberger Lebkuchen futtern kannst :-)

      Löschen
  11. Liebe Kerstin,
    so eine schöne Geschichte. Obwohl wir über 100 Kilometer von Nürnberg weg wohnen, fahren wir fast jedes Jahr auf den Nürnberger Christkindlmarkt. Meine Mama war erst letzte Woche in einer Lebkuchenfabrikvin Nürnberg und hat kräftig eingekauft. Dein Post ist richtig schön und ich hab viel neues erfahren.
    LG Christiane-Bärbel

    AntwortenLöschen
  12. Was für schöne Weihnachtsbräuche, kannte ich beide bis jetzt noch nicht.
    Liebe Grüße
    Jasmin

    AntwortenLöschen
  13. hach, liebe Kerstin,
    Du hast so wunderschön über die alten Traditionen geschrieben, ich danke Dir dafür ;-)))
    Einmal war ich bisher auf dem Nürnberger Christkindlmarkt und durfte das Christkindl bewundern. Die Entfernung zwischen uns und Nürnberg ist groß und so ist es eine bezaubernde und bleibende Erinnerung ;-)))

    Dir einen gemütlichen Abend
    und liebe Grüße von Traudi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, liebe Traudi, von Euch aus ist es wirklich sehr weit nach Nürnberg. Aber ich freue mich, wenn Du die Stadt in schöner Erinnerung hast. Ich mag sie auch. Sie ist einfach schön, auch wenn man es wirklich erst richtig merkt, wenn man so wie ich, nicht mehr in dieser Stadt wohnt. Dankeschön für Deine lieben Zeilen.

      Löschen
  14. Liebe Kerstin,
    wunderschön sieht so ein Rauschgoldengel aus. Schade das die Geschichte dazu so traurig ist. Zwetschgenmännle kannte ich noch gar nicht. Niedlich sehen sie aus und manche sind wirklich hübsch angezogen.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

    AntwortenLöschen
  15. Liebe Kerstin,

    ich finde es schön, dass Du traditionelles aus der Heimat in Deinem Post zeigst! Schließlich ist Weihnachten nicht nur Glitzer und HO HO HO !
    Die Rauschgoldengel habe ich bei einem Besuch des Nürnberger Christkindlesmarktes schon gesehen und die Zwetschgenmännle sind bei uns Zwetschgenkrampusse!
    Ein schöner Post, Kerstin!

    Liebe Grüße,
    Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Ingrid, dankeschön für Deine lieben Worte.

      Löschen
  16. MOIII KERSTIN...
    voll scheeeen des GSCHICHTAL...
    mit grad an den PAPA denken,,,,
    und sein ENGAL... moiiii jetzt hob i PIPI in de AUGAL,,,,

    druck di aus der FERNE,,,

    hob no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Kerstin, das ist so ein schöner Post. Es macht mir immer Freude, über Traditionen zu lesen. Du hast es sehr schön geschrieben. Ich war schon öfter auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Meine Tochter wohnt dort und so lieben wir auch die feinen Nürnberger Lebkuchen. Waren auch schon mal in der Fabrik. Ich finde, der Nürnberger Christkindlesmarkt hat seine eigene Ausstrahlung. Ich kenne viele Weihnachtsmärkte und natürlich sind der Dredner Striezelmarkt und der historische Markt auch schön, aber der Nürnberger hat etwas Besonderes...vielleicht wegen dem Rauchgoldengel und dem Zwetschgenmämmlein.
    Liebe Grüße sendet Dir Rosi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach liebe Rosi, das freut mich, dass Dir unser Markt auch so gut gefällt. Na klar der Striezelmarkt ist ja auch ein ganz berühmter Markt den ich leider nicht kenne aber gerne einmal besuchen möchte.

      Löschen
  18. Liebe Kerstin,
    ich war noch nie auf dem Nürnberger Christkindl Markt, aber er soll traumhaft schön sein.
    Die Geschichte vom Rauschgoldengel und vom Zwetschgenmännlein kannte ich bisher noch nicht, aber die Figuren kenne ich aus meiner Kindheit. Meine Oma hatte den Rauchgoldengel auf der Tannenbaumspitze sitzen und ich weiß, das meine Mutter diesen in Ihren Weihnachtskisten hat. Jetzt kenne ich wenigstens die Geschichte dazu und muss sie mal fragen, ob ich ihn haben darf. Danke das Du uns diese alte Tradition näher gebracht hast. Jetzt habe ich wieder was dazu gelernt
    Liebe Grüße
    Bettina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Bettina, der Markt ist wirklich wunderschön aber halt auch ziemlich voll, gerade an den Wochenenden kommt man dort dann kaum an die Buden heran, schade. Die Aufnahmen die ich hier verwendet habe stammen vom 24.12.2012. Der Markt hat am Heiligen Abend noch bis mittags auf und da gehen dann die Nürnberger selber gerne auf Ihren Christkindlesmarkt.

      Löschen
  19. Liebe Kerstin,
    als waschechte Fränkin freue mich mich natürlich doppelt über deinen Post ;)
    Traditionen sind wichtig (und sollten gepflegt werden damit sie nicht vergessen werden). Wir selbst haben hier sehr viele. Diese alle aufzuzählen, würde allerdings hier den Platz sprengen ;)

    ♥liche Grüße
    Ellen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ui, liebe Ellen Du bist auch eine Fränkin, das freut mich aber sehr!!

      Löschen
  20. Liebe Kerstin!!
    Ein wirklich toller Post. Ich war leider noch nie in Nürnberg,,aber du hast alles so schön erzählt, dass mannTraditionen erhält finde ich wunderbar. Denn wenn wir sie nicht erhalten, sind die Traditionen weg und das wäre echt schade. Wir haben auch einen Rauschgoldengel , den ich schon seit Kindertagen besitze und der kommt jedes Jahr oben über die Krippe. Er gehört einfach dazu, sonst würde etwas fehlen.

    Liebe Grüße Marita

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Marita, danke für Deine lieben Worte.

      Löschen
  21. Liebe Kerstin,
    wie schön, dass du uns die Geschichte des Rauschgoldengels näher gebracht hast, ich liebe solche Traditionen. Den Rauschgoldengel kannte ich noch gar nicht, die Zwetschgenmännle aber schon, die haben wir als Kinder geliebt. Unsere Großeltern, die auch aus dem Fränkischen kamen, hatten auch zwei davon. Sie standen das ganze Jahr über in einer Vitrine. Schade dass man damals noch nicht so viele Fotos gemacht hat, jetzt werde ich direkt ein bisschen wehmütig!
    Ganz liebe Grüße
    Biggi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Biggi, ja, solche Erinnerungen machen einen manchmal wehmütig das kann ich verstehen, gerade in der Weihnachtszeit.

      Löschen
  22. Liebe Kerstin,
    ach wie schön. Ich liebe solche Geschichten.
    Irgendwann besuche ich bestimmt auch mal den Christkindlmarkt in Nürnberg.
    Dann weiß ich schon mal über diese Traditionen Bescheid.
    Für mich als Vogtländerin gehören der Nussknacker, der Schwibbbogen, die Pyramide und natürlich ein Räuchermännle zu
    Weihnachten dazu.
    Herzliche Grüße von Heike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, liebe Heike, aber dann sagste vorher Bescheid damit ich dann auch Vorort bin :-)). Eure Weihnachtstraditionen sind auch sehr schön. Ein Räuchermännle steht hier zur Weihnachtszeit auch auf dem Fenstersims.

      Löschen
  23. Liebe Kerstin,
    am Schönsten ist es, wenn man diese Traditionen auch erklärt bekommt. Als Tourist wäre ich auf den Nürnberger Weihnachtsmarkt marschiert, hätte die Engel und die Männle bewundert und das wäre es gewesen. Ich mag es, auch die Hintergründe zu kennen. Man sieht die Dinge mit anderen Augen.
    Vielen Dank für diese schöne Erklärung und die tollen Fotos.

    Dicken Drrrrrücker
    Nicole

    AntwortenLöschen
  24. Liebe Nicole, ich würde sehr gerne mit Dir über den Markt schlendern und Dir alles zeigen♥

    AntwortenLöschen